An fremdem Ort um zu tun, was ich gern tu'. Und jetzt berichte ich Ihnen, nein, vielmehr: gebe ich Ihnen einen Eindruck, diesmal nur einen einzigen, denn nur das eine will ich Ihnen mitteilen: Wie es sich anfühlt, das Hiersein. Sie wissen schon, so wie damals, als draußen California war. Der Sand rieselt aus dem Briefkuvert. Was müssen Sie aber auch immer die Briefe "dieses Menschen" im Bett lesen?! Draußen ist also wieder eine andere Stadt, draußen fühlt sich wieder anders an, auch ganz anders als dort, wo Sie und ich oft sind - obwohl: so weit weg wie California ist es nicht, beinahe: im Gegenteil. Kein Kopfsteinpflaster - stellen Sie sich das vor. Und nichts von der kalifornischen Wärme, natürlich. Aber auch die schmelzenden Schneeflocken tropfen von den Haaren, einfach so, aufs Gesicht. Sie wissen genau so gut wie ich, dass das dort, wo wir oft sind, nicht sein kann, denn der berüchtigte Wind bläst uns den Schnee in die Ohren. Wäre ich in diese mir jetzt fremde Stadt gezogen, so hätte ich nicht an Sie schreiben müssen: "Hier regnet es waagrecht!"

Der Fluss wird durch seine verschiedenen Grautöne - hervorgerufen durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Strömungen und die Vielfalt seiner "Bewohner" lebendig. Der graubraune Schwan stärkt sich an den letzten grünen Grashalmen, die Möwen ziehen über dem Wasser ihre Kreise oder sitzen wie aufgefädelt am Ufer und meditieren, die Entenpaare schwimmen und tauchen und suchen nach Futter. Trotz der trostlosen Farbe "Grau" hat man den Eindruck: der Fluss lebt.

Eigenartig, dieses Knirschen des Schnees
der ja eigentlich gar nicht mehr vorhanden ist.
Jeder Schritt klingt anders
durch Kieselsteine unterbrochen
welche sich verbissen in die Schuhsohlen zu bohren versuchen.
Soll ich schreien vor Schmerz der pickenden Ungeheuer
oder sie einfach nur zertreten?
Ein Mensch hüstelt
klein und zart und doch vernehme ich seine Baziellen
denke mir schnell
nur nicht angesteckt werden
hab morgen zuviel geplant
um zerschlagen im Bett die Zeit zu vertreiben.

Ein Husten und das Abstreifen der Schuhe holt mich aus meinen Träumen in die Wirklichkeit. In die Zeit der Verkühlungen, des Wartens auf schöneres Wetter.....
In eine Zeit, die ich dennoch nicht missen möchte.

Das neue Museum liegt nackt am gegenüberliegenden Ufer, dunkel und noch in sich zurückgezogen, einfach die Ruhe vor dem Sturm auskostend. Bald wird es mit Leben erfüllt sein, bunte Bilder in sich aufnehmen. Und rastlos werden tausende Besucher in seinem Inneren viele gescheite oder auch weniger gescheite Dinge von sich geben. Vielleicht ist es jetzt besser dran. Das Weiß der Fassade - vorher fast schmutzig in meinen Augen - erscheint mir jetzt schon ein bisschen sauberer.

Kalter Wind im Gesicht - angenehm - am Rückweg Gegenwind - noch besser. Macht munter. Nehm ich das auch mit dem selben Sinn wahr wie den Wind?
Der Wind ist auch zwischen den Fingern und trocknet das Wasser vom nassen, kalten, glatten Metall, das ich unbedingt angreifen musste um festzustellen, dass es sich genau so anfühlt, wie ich es mir vorgestellt habe.
Hab also schon mal so was gefühlt und gespeichert. Funktioniert gut, sollte man öfter mal abrufen, so ein gutes Gefühl, wenn man es braucht.

Am Ufer taucht ein Schwan auf, er ist nicht schneeweiß wie andere Schwäne, sein Gefieder ist braun meliert und wirkt irgendwie schmutzig. Außerdem tummeln sich eine Menge Tauben und Möwen am Flussufer. Auf der gegenüberliegenden Seite liegen zwei weiße Passagier-Schiffe vor Anker. Ich beobachte, dass bei einem der Schiffe Rauch aus dem Schornstein steigt, ganz leicht und sacht, jedoch deutlich sichtbar.

Plötzlich steigt aus der Häuserfront am gegenüberliegenden Ufer ein gelber Hubschrauber auf und schwirrt unruhig über den Dächern. Er verschwindet genau so plötzlich, wie er kommt.

Gently putting my boot in a puddle, so remotely settling my appendage in the water although covered with leather I feel only a slight coolness and still keep walking with hands in pockets, soft cloth on inside of pockets of leather pants whose softness brushes my thighs and knees with each step, foot just barely damp, not even, nestled in socks, not the danube. It is only then that she says, okay, we have gone one way now. This way is over, we will now go back the exact same way and I fall behind, no longer in front of the others on whom I should not at all be thinking but can't completely dissolve awareness although this awareness and the seeing of them or sensing of their presence has naught a whit to do with the touching of skin, tactile sensation why oh why would it hold me back, me back is not aching, am I walking or writing this is strangulation… although now that they are no longer looking I reach out and touch the steel of a pole, bark of a tree. cold and rough are merely words which lead no further.

schritte, verkehr, autos, strassenbahn, möwe, möwen, enten, schwan, stimmen, husten,
hubschrauber,

schritte
hohl klingende schritte über beton, (tap, tap,)
über die treppe, ( tog, tog,)
weiter durch das bisschen schnee, (quatsch, quatsch)
die eigenen schnellen, klopfenden absätze,(tag, tag, tag,)
knarschen auf der schottrigen straße, (knagr, knagr, knagr)

Als nämlich ihre Kinder den ersten Schnee entdeckten und jubelnd Fenster und Türen öffneten, waren sie erschrocken über die sauren, unangenehmen Partikelchen, die man in der Luft wahrgenommen hat. Peinlich berührt haben die Väter die Fenster geschlossen und ihre Kinder vor dem Hinausgehen abgehalten. Mit fadenscheinigen Argumenten wie es ist zu kalt oder sie würden sich verkühlen.

Mit fadenscheinigen Argumenten haben sie auch bisher versucht, den BewohnerInnen der Stadt im wahrsten Sinne des Wortes einen Bären aufzubinden. Haben versucht, mit Kultur- und Konsumangeboten die Aufmerksamkeit über die bedrohliche Umweltsituation abzulenken. Doch nun war sie nicht mehr zu verleugnen. Rasch wurden Sekretäre, Vertraute und Experten benachrichtigt, um eilig eine Krisensitzung zu organisieren.

Schnee, ein frischer Wind bläst um die Nase, feucht und angenehm,
jemand geht neben mir, süss und schwer, zuckrig,
die kalte Nase in den Schal stecken,
hm, riecht nach mir und Zigarettenrauch mit Wirtshausduft.

Ein Stück weiter mild-beissender Rauchfanggeruch im nassen Schnee,
verbranntes Holz,
nasse Jacke, ein anderes Parfum, angenehm, ich muss an meine Mutter denken,
stecke die Nase wieder in den Schal. Feuchte Wolle, wie beim Skifahren, warm.